norberto42: Neue Essays

„Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.” (FN)

posts: Philosophie

Ein Wort Goethes

Handle besonnen , ist die praktische Seite von: Erkenne dich selbst , schrieb Goethe an Rochlitz am 23. 11. 1829. Welch ein Wort! Und dazu noch, freilich für andere Fälle gedacht, Kants Forderung: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Rorschach-Test

In dem Artikel "Wenn blaue Krabben Tango tanzen" (SZ vom 6. August 2009) haben C. Weber / N. Westerhoff gezeigt, wie der Rorschach-Test entstanden ist, verwendet wurde und schließlich begraben wurde. Entwickelt wurde er von dem Schweizer Hermann Rorschach , auf der Basis...

Halbwertzeit des Wissens

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich vor 30, 35 Jahren bei Joachim Illies zum ersten Mal den Begriff „Halbwertzeit der Wissens“ mitsamt seinen kritischen Implikationen gefunden: Nein, wie der Wissenserwerb sich beschleunigt hat – ich glaube, Illies nannte (mit Bezug auf...

Geschichte und Bedeutung der HÖLLE

Die Hölle war eine praktische Einrichtung: Dort konnte man alle Sünder braten, und mit dieser Drohung kriegte man die Sünder hier schon einigermaßen in den Griff, hoffte man (seitens der christlichen Kirche[n]). Johann Schloemann berichtete in der SZ vom...

Befreiung des Geistes

898. Wenn man den menschlichen Geist von einer Hypothese befreit, die ihn unnötig einschränkte,  die ihn zwang, falsch zu sehen, falsch zu kombinieren,  anstatt zu schauen zu grübeln, anstatt zu urteilen zu sophistisieren,  so hat man ihm schon einen...

Jackson als Entrückter

Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer. (Weisheit des wilden Westens) Erst ein toter Michael Jackson ist ein ewig guter Jackson. (Totenkult der Fans und "Fans")  Er ist den Irdischen entzogen, ist unerreichbar und deswegen begehrenswert...

Aufklärung über Religion

Die Eigenart von Religion wird in einem Gespräch der kleinen Alice mit der Cheshire-Katze deutlich ( Carroll : Alice im Wunderland, Kap. VI - Übersetzung von John Tenniel): „Würdest du mir sagen, bitte, welchen Weg ich von hier aus einschlagen...

Hirnforschung: idiotische Erwartungen

Eine Anzeige bei wissenschaft-online: Manfred Spitzer Das Gehirn und die Geheimnisse der Liebe Was tut sich in unserem Gehirn, wenn wir uns verlieben? 14,95 EUR http://www.wissenschaft-online.de/artikel/983138 Die Frage ist nicht, was sich im Gehirn tut...

Wissen, Wissenschaft und die Griechen

[...] Griechische Dichter verfuhren hypoleptisch (Jan Assmann), das heißt, sie zitierten, antworteten, widersprachen einander. Diese agonale, wettkampfmässige Weise des Austausches lockt einen Denkstil hervor, der tendenziell «polemisch» ist, auf Angriff und...

andere Meinung gelten lassen

Dazu habe ich einen fundamentalen Aufsatz geschrieben, der zufällig zunächst auf der Schulseite (norberto42) steht: nämlich hier !

Schach: Maschine > Meister

Zwei Beobachtungen, die ich dieser Tage gemacht habe: 1. In "Neue Schach-Teste" ( Euwe - Mühring , 2. verbesserte Auflage 1971) wird gleich beim Test Nr. 1 (Rodriguez-Sara) ein forcierter Gewinn ausgewiesen, der durch ein Opfer (11. Lxf6) eingeleitet wird.      ...

Die Sache mit dem Glück

„Wenn Paul nämlich am Weihnachtsmorgen vor dem Lichterbaum und Lichtertische stand und nun die neue Welt voll Gold und Glanz und Gaben aufgedeckt vor ihm lag und er Neues und Neues und Reiches fand und bekam: so war das erste, was in ihm aufstieg, nicht eine Träne -...

Selbstorganisation: Prinzip des Lebens

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 4. Kapitel: Selbstorganisation. Das Prinzip des Lebens 1. Leben ist der umfänglichste Begriff des Zusammenhangs, in dem wir stehen; zum Leben gehört eine Binnenperspektive. Alle unsere Leistungen sind Lebens-Erfahrungen, welche in...

Selbstzweck und Selbstbestimmung (Volker Gerhardt)

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 3. Kapitel: Selbstherrschaft, Selbstbestimmung und Selbstzweck. Zur Geschichte des moralischen Problems 1. Selbständigkeit ist eine elementare Befähigung des Menschen. 2. Selbständigkeit ist schon in der Antike als Sorge um...

Selbstständigkeit (Volker Gerhardt)

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 2. Kapitel: Selbständigkeit. Zum Ursprungsproblem der Moral 1. In einer Situation nachhaltig empfundener Selbständigkeit kommt man angesichts der geltenden Regeln in eine moralische Krise, aus der man nur durch ausdrückliche...

Volker Gerhardt: Vom Philosophieren

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 1. Kapitel: Selbsterkenntnis. Zum Selbstverständnis der Philosophie 1. Selbst denken als Philosophieren kann man nicht lernen, sondern als Individuum nur im selbstbewussten Umgang mit sich und den eigenen Problemen tun. 2. Dies ist Sache...

Volker Gerhardt: Selbstverwirklichung

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 10. Kap.: Selbstverwirklichung. Das Absolute im Dasein 1. Das unter den Bedingungen des Lebens stehende Ich bejaht sich in seiner Unabhängigkeit, Spontaneität, Absolutheit. 2. Die eigene vernünftige Einsicht ist die letzte Instanz...

Volker Gerhardt: Autonomie

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 9. Kapitel: Selbstgesetzgebung. Das individuelle Gesetz 1. Wer Gründe hat, braucht Regeln, und wer ganz festen Regeln folgt, handelt im Bewusstsein moralischer Verpflichtung. Alle Regeln werden ihrerseits je nach Situation von anderen...

Volker Gerhardt: Der Mensch als Person

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 8. Kap.: Selbstbegriff. Der Mensch als Person 1. Wenn Vernunft den Menschen auszeichnet, bewährt sie sich im vernünftigen Handeln: in einer Mitte zwischen möglichen Extremen. 2. Vernunft besteht im Schlussfolgern, das zum...

Volker Gerhardt: Verantwortung

V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), 7. Kap.: Selbstverantwortung. Anlass und Grund des Handelns 1. Subjektivität folgt der Objektivität nach, wenn der Wille in Erwartung eines Vollzugs in einer objektiv begriffenen Welt enttäuscht wird. 2. Die Reflexion der...

V. Gerhardt: Der freie Wille

V. Gerhardt: Selbstbestimmung (1999), 6. Kap.: Selbststeigerung. Der Impuls des Handelns 1. Durch das Selbstbewusstsein gewinnt der Mensch, dass er Erfahrung präsent haben kann; dass die Lerneffekte beschleunigt und potenziert werden; dass die Gesellschaft handlungsfähig...

Volker Gerhardt: Selbstbewusstsein

Ich fasse V. Gerhardt : Selbstbestimmung (1999), Kap. 5: Selbstbewusstsein. Die Instanz des Handelns, folgendermaßen zusammen (jedes der zehn Unterkapitel in einem Satz): 1. Der Mensch muss sich begrifflich in der Differenz zu anderen Lebewesen und in seinen spezifischen...

„Du sollst nicht lügen!“

In den Zehn Geboten heißt die Formel: „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.“ (Ex 20,16) Daraus hat man dann die strengere Formel gemacht: „Du sollst nicht lügen!“ Strenger ist diese Formel deshalb, weil sie das Verbot einschließt,...

παρρησια (parräsia)

παρρησια (parräsia) - ist die Offenheit im Reden, die nichts verschweigt oder verhüllt; - die Offenheit wird manchmal zu der Öffentlichkeit, in der sich Reden und Handeln abspielen; - ist die Freimütigkeit, die sich nicht...

Was Affen alles bemerken

Die anthropologischen Mythen verblassen... Früher galt es als ausgemacht, dass Tiere keine Werkzeuge herstellen und sich nicht im Spiegel erkennen. Dass soe sehr wohl Werkzeuge herstellen können, ist von Affen längst bekannt. Heute steht inder SZ ein Bericht von Katharina Kramer...

Was von Philosophen zu erhoffen ist

Homunkulus : [...] Zwei Philosophen bin ich auf der Spur, Ich horchte zu, es hieß: Natur! Natur! Von diesen will ich mich nicht trennen, Sie müssen doch das irdische Wesen kennen; Und ich erfahre wohl am Ende Wohin ich mich am...

Helden, Heldentum und Missbrauch von Menschen

Im SZ-Magazin Nummer 28 vom 11. Juli 08 steht eine Bericht von Ariel Leve über ein amerikanisches Drama: „Eine Liebe auf dem Land“ (S. 8 ff.)   Tyler Ziegel war ein amerikanischer Soldat, der im Irak kämpfte; während eines Heimaturlaubs verlobte...

Vom Lilienbild zur Teilchenspur

Unter dieser Überschrift bespricht Michael Hampe in der SZ (2. April 2008) das Buch   L. Daston - P. Galison : Objektivität, Suhrkamp 2008 (34,80). Die Idee der Objektivität hat also eine Geschichte. Die ausgezeichnete Technik des Objektivierens sei das ...

Über die Verzweiflung der Philosophiedidaktik

In dem Aufsatz über das Heft "Leselust" habe ich zu zeigen versucht, wie verzweifelt die Philosophiedidkatik hinter irgendwelchen Trends herrennt, wobei sie nicht nur die Philosophie, sondern auch die Idee der Wahrheit aus den Augen verliert:...

Mythos - Glaube - Fälschung

Margaret hat ein bewegtes Leben hinter sich: Als indianisch-weißer Mischling (oder muss man schon Mischlingin sagen?) wuchs das Mädchen bei verschiedenen Pflegeeltern auf, wurde sexuell missbraucht, handelte mit Drogen, gehörte einer Gang an, ging mit Waffen um... verliebte sich jedoch in...

GKPN

Ein Hinweis auf die homepage der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg: http://www.gkpn.de/ Einfach mal anklicken!

Selbstdenken!

Ich möchte kurz auf das ausgezeichnete Buch „Selbstdenken!“ von Jens Soentgen , Wuppertal 2003, hinweisen, das es auch als Taschenbuch gibt: Soentgen stellt „20 Praktiken der Philosophie“ vor, wobei man Praktik auch als Technik des geistigen Arbeitens im weiten Sinn verstehen darf:...

Objektivität / Parteilichkeit

Ein Aufsatz von Walter Willems ("Ergebnisse nach Wunsch") in der SZ vom 3. Nov. 007 zeigt, was mit Objektivität der Wissenschaftler gemeint sein könnte. Willems berichtet nämlich, dass Gutachten über die Gefährlichkeit des Bisphenol A (ein Grundstoff für die Herstellung von...

Linguistische Mythen

Zufällig bin ich auf eine wunderbare Arbeit gestoßen, in der linguistische Mythen in ihrer Entstehung gezeigt werden: http://www.uni-leipzig.de/~muellerg/mu800.pdf

Die Frage nach dem guten Leben - Aristoteles' Ethik

Ich stelle hier ein Hörbuch (zwei CDs) vor, welches von Matthias Katzer verfasst worden ist und die Gedanken der Nikomachischen Ethik erklärt. In der ersten CD geht es im Wesentlichen um des Aristoteles Lehre davon, wie man als Mensch glückselig wird: indem man, dem Wesen des...

„normalerweise“ - wie wir normalerweise sprechen

Auf Lilas Bitte möchte ich erklären, was „normalerweise“ heißt. Zunächst möchte ich aber begründen, warum ich dieser Bitte nicht in der Form nachkomme, wie sie vorgetragen worden ist. Als ich Latein lernte, schrieben wir ins Vokabelheft: „ponere - setzen, stellen, legen“. Ich weiß noch gut,...

Gerechtigkeit und Fairness

Gerechtigkeitsempfinden (Fairness) scheint eine menschliche Qualität zu sein; Schimpansen nehmen auch unfaire Angebote an, vgl. http://magazine.web.de/de/themen/ http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/284351.html

„Tanz um Noahs Hütte“

Unter dieser Überschrift berichtet Axel Bojanowski (SZ 22. Sept. 007, S. 24) über Diskussionen, ob das Schwarze Meer bis vor rund 8.000 Jahren ein Binnensee war, ob beim Einbruch des Mittelmeers der Wasserpegel des Schwarzen Meeres sich relativ rasch gehoben habe und ob das der Hintergrund der...

Lebensentwurf und deadline

Wenn ich mich an meine eigene Jugend erinnere, soweit ich sie heute verstehe; wenn ich junge Menschen vor ihrer Berufswahl oder ihrer Studienentscheidung sehe; wenn ich meine eigenen Kinder in dieser Situation beobachte, dann meine ich sagen zu können: Man kann eine Berufswahl oder die...

„Schwangerschaft als Krankheit“

Unter diesem Titel hat Hans-Martin Schönherr-Mann das neu erschienene Buch von Luc Boltanski : Soziologie der Abtreibung. Zur Lage des fötalen Lebens, 2007 (29,80 €), in der SZ vom 4. Sept. 007 besprochen. Ich orientiere mich an der Besprechung; der Autor des Buches trägt wichtige...

Labyrinth / Erfüllbarkeit (Poundstone)

W. Poundestone : Im Labyrinth des Denkens, rororo 19745, regt mich mit Kap. 9 zu Spekulationen darüber an, wie weit „das Labyrinth“ als Metapher geeignet ist, Fragen unserer Lebensführung zu bedenken. 1. Reizend ist diese Metapher, weil sie den Gedanken des Knotens enthält: Du stehst wie...

„Loslassen im Seelentunnel“

Forscher erzeugen mit künstlicher Realität außerkörperliche Erlebnisse und manipulieren die Selbstwahrnehmung. - Das sind die Überschriften eines Berichts von Hanno Charisius in der SZ vom 24. August 007, der sich auf zwei Berichte in der Zeitschrift „Science“ (Bd. 317, S. 1048 und S. 1096)...

Arbeitszeit

Unter der Arbeitszeit versteht man die Stunden, die man im Lauf einer Woche beruflich arbeitet, oder die Jahre, in denen jemand einen Beruf ausübt (Lebensarbeitszeit). Die Arbeitszeit ist die Möglichkeit, bei festgelegtem Stundenlohn als Maßstab der Bezahlung zu dienen. Als Gegenteil der...

Begriffe

Wir bilden Begriffe, indem wir das Wesentliche einer Sache vom so genannten Unwesentlichen einer Sache abstrahieren . Das Abstrahieren beruht auf der Fähigkeit, Kategorien vom dem zu bilden, was uns in der Welt begegnet. Diese Fähigkeit besitzen auch die Amöben; sie können chemische Reize...

berichten

Wie beim Erzählen geht es beim Berichten um die Darstellung eines vergangenen Ereignisses durch einen Zeugen. Berichtet wird jedoch so, dass der Zuhörer wie auch der Sprecher sich des zeitlichen Abstands zum berichteten Geschehen bewusst sind. Ein Bericht soll sich an die zeitliche Abfolge...

Beziehung

In der Soziologie war Beziehung lange ein analytischer Grundbegriff: Gegenüber einem kurzen Kontakt bezeichnet Beziehung ein Verhältnis von längerer Dauer , das um bestimmter Ziele willen besteht. Sie beruht „auf einer verhältnismäßig dauerhaften Einstellung der sozialen Person, deren ...

denken

Zum Denken werden viele verschiedene Leistungen gezählt. Elementar ist die Tatsache, dass wir über die Situation, in der wir hier und jetzt sind, hinausgehen , wenn wir denken. Zum Denken gehört wesentlich die Fähigkeit, Begriffe zu bilden. Im Begriff „Flugzeug“...

malen / skizzieren

Wenn ich das Bild eines Weges oder eines Hauses male, fotografiere oder sonstwie herstelle, halte ich seinen Anblick, genauer: meinen Anblick, noch genauer: den von mir vorgestellten Anblick des Weges oder Hauses in Linien fest. Wenn ich etwas notiere oder schreibe, benutze ich Worte zum...

möglich, Möglichkeit

Wir gebrauchen das Wort „möglich“ zunächst einmal, um auszudrücken, dass wir etwas nicht genau wissen: „Möglicherweise ist Paul mit der Bahn nach Köln gefahren, vielleicht aber auch mit dem Auto seines Vaters.“ Paul ist in Wirklichkeit mit der Bahn gefahren, was ich bloß nicht weiß; das...

Tod

Zum Lebewesen gehört, dass es stirbt. Das hängt damit zusammen, dass es aus Zellen besteht und dass es bei diesen eine Aufteilung in Körper- und Keimzellen gibt. Einzellige Lebewesen sind potenziell unsterblich; sie teilen sich, etwa die Glockentierchen, und leben dann verdoppelt weiter....
 
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